Ein Mann, der seinen Schwanz mag, mag sich selbst.
Und ein
Mann, der seinem Schwanz nicht trauen kann, traut sich selbst nicht.
Tim Rohrmann 38
Ich habe oben festgestellt, dass Liebe in der Dialektik zwischen īLeib-seinī und īKörper habenī zum "Erkenntnisweg par excellence" (vgl. 4.a) wird. Als Jesus nach dem wichtigen Gebot gefragt wird, antwortet er: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."39 Und damit macht er deutlich: In der Liebe ist der Blick auf den Anderen immer eng mit dem Verhältnis verbunden, das ich zu mir selbst habe. Alexander Lowen drückt es so aus: "Im Endeffekt heißt Hingabe in der Liebe nicht Hingabe an einen anderen Menschen, sondern an das eigene Selbst, das eigene Herz."40 Spüre ich das eigene Herz nicht und das, was es mir sagt, dann kann ich auch nicht lieben.
Orientierungslosigkeit in Beziehungen und sexueller Orientierung ist die Folge: "Ich glaube, ich bin schwul, ich weiß aber nicht genau."41 -so ein Klient in einem Beratungsgespräch. Die Orientierung an den Säulen männlicher Identität: "Krieg, Arbeit und Sex"42 verbaut vielen Männern den Zugang zum "Erkenntnisweg par excellence". Die Vorraussetzungen dafür ist ein gutes Gefühl für den eigenen Körper und die Sexualität zu entwickeln. "Männer müssen sich einen eigenen Begriff davon schaffen, dass ihre sexuelle Kraft - und dabei speziell der offensivphallische Anteil - grundsätzlich etwas Gutes, Liebevolles und Lebensspendendes ist."43
Wie kann Männerberatung dazu beitragen?
38
Tim Rohrmann, Junge 134.
39 Die
Bibel, Markus 12, 31.
40
Alexander Lowen, Liebe 47.
41
Zitat aus einem Beratungsgespräch.
42 Sam Keen, Feuer 132.
43 Thomas Scheskat, Therapie
176.